Nebenklage und Zeugenbeistand


Opfer einer Straftat haben im Strafverfahren grundsätzlich nur wenig Rechte. Als Opfer bzw. Verletzter sind Sie in erster Linie Zeuge und damit ein Beweismittel, wie es zum Beispiel auch Videoaufnahmen der Tat wären. Dabei geht es – bedauerlicher Weise – nicht um Ihre Belange, Gefühle oder Interessen, sondern allein um Informationen, die Sie dem Gericht geben können.

Nur durch die Beauftragung eines Rechtsanwaltes als Nebenklagevertreter können Sie aktiv am Prozess, einschließlich der gesamten öffentlichen Hauptverhandlung, teilnehmen und sich Gehör verschaffen.

Als Nebenkläger dürfen Sie selbst oder durch Ihren Anwalt, wie auch der Verteidiger des Angeklagten, Fragen und Beweisanträge stellen sowie Erklärungen abgeben. Ihr Anwalt ist als Nebenklagevertreter berechtigt, am Ende des Verfahrens, ebenso wie der Verteidiger und die Staatsanwaltschaft, ein Plädoyer zu halten.

Welche Delikte nebenklagefähig sind, sprich in welchen Fällen Sie als Opfer einer Straftat einen Anspruch auf einen Nebenklagevertreter haben, regelt das Gesetz in § 395 StPO. Als Nebenkläger können sich grundsätzlich Verletzte einer schweren Straftat dem Verfahren anschließen. Bei Tötungsdelikten haben die hinterbliebenen Eltern, Kinder, Geschwister oder Ehepartner dieses Recht. Die Nebenklage ist gesetzlich insbesondere bei folgenden Delikten zulässig:
  • Sexualdelikten, z.B. sexuelle Nötigung, Vergewaltigung oder sexueller Missbrauch
  • Kapitaldelikten, wie Mord, Totschlag und anderen Straftaten mit Todesfolge
  • Körperverletzung, §§ 221, 223 bis 226a, 340 StGB
  • Freiheitsberaubung, §§ 232 bis 238, 239 Abs. 3, 239a, 239b, 240 Abs. 4 StGB
Aber auch wenn kein Fall der sog. Nebenklage vorliegt, haben Sie als Verletzter oder auch nur als einfacher Zeuge das Recht sich eines Beistandes zu bedienen, § 406f StPO. Ihr Rechtsbeistand, auch Verletzten- oder Zeugenbeistand genannt, hat ein Recht auf Anwesenheit während Ihrer Vernehmungen im Ermittlungsverfahren sowie im Rahmen der Hauptverhandlung. Damit hat jeder Zeuge das Recht, einen Rechtsanwalt zu beauftragen. Die Kosten für den Zeugenbeistand tragen Sie grundsätzlich selbst. Nur in Ausnahmefällen (§ 68b StPO) kann einem Zeugen ein Rechtsanwalt als Zeugenbeistand beigeordnet werden, wenn ersichtlich ist, dass der Zeuge seine Befugnisse bei der Vernehmung nicht selbst wahrnehmen kann.

Anders sieht dies grundsätzlich bezüglich der Rechtsanwaltskosten für Ihren Nebenklagevertreter aus. Eine Beiordnung des Nebenklagevertreters und damit die Kostenübernahme durch den Staat erfolgt für Verletzte von schweren Delikten. Sollte keine Beiordnung in Frage kommen, hat das Opfer einen Anspruch auf Prozesskostenhilfe, welche hauptsächlich von den wirtschaftlichen Verhältnissen des Opfers abhängig ist.

Im Mittelpunkt meiner Tätigkeit als Opferanwältin stehen Sie und Ihre Belange. Dabei geht es mir insbesondere darum, Sie über den Ablauf und die Möglichkeiten des Verfahrens fachkundig und vollumfänglich zu informieren sowie vorzubereiten und Ihre Rechte als Verletzter oder Geschädigter ebenso professionell und kämpferisch zu verteidigen, wie die eines Beschuldigten. Im Gegensatz zu anderen Kollegen stelle ich mich ideologisch weder auf die Täter- noch auf die Opferseite. Dies hat für Sie den Vorteil, dass Sie eine erfahrene Anwältin und Strafverteidigerin an Ihrer Seite haben, die sich mit den Strategien der Verteidigung auskennt und hierauf als Opfervertreterin angemessen reagieren kann.

Zur Vertretung von Verletzten im Strafverfahren gehört für mich auch die gemeinsame Besprechung von Möglichkeiten der Geltendmachung von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen schon im Strafverfahren durch einen sog. Adhäsionsantrag sowie die Beratung zu Ansprüchen nach dem Opferentschädigungsgesetz.

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